Voices of Support

Something must be rotting in the state of Denmark. Without doubt, Kunsthalle Bern is a gem; one of the art scene hotspots in Switzerland, the in-place for contemporary art aficionados worldwide. It has it all: a great, purpose-built and in the meanwhile legendary house, a lineage of outstanding curators (from Rüdlinger to Szeemann; from Gachnang to Loock and Stroun) since over half a century, each of whom stands for distinctive program of exhibitions and captivating vision of art; it has the cutting-edge shows today. Swiss artists and art professionals who follow the current debate around the issue that is larger than Bern may all have different ideas of culture, but they all cannot comprehend why the Kunsthalle should cease to exist through shortsighted decisions supported by arguments that sound populist. Hopefully the taxpayers are more thoughtful and responsible than those who too eagerly claim to speak on their behalf.
Adam Szymczyk, Direktor Kunsthalle Basel

Die Kunsthalle Bern ist ein zentraler Ort, wo seit bald 100 Jahren aktuellste Kunst in ihren zahlreichen Facetten und Formen in einmaligen Räumen sinnlich zu erleben ist. Eine Kunsthalle, die Raum gibt für Entdeckungen, Konzentration, Auseinandersetzung und Staunen. Ein einmaliges wichtiges Haus der Kunst für und mitten in Bern.
Anna Huber, Choreografin und Tänzerin

Die Kunsthalle soll dürfen müssen!
Annina Matter, Künstlerin

Die Kunsthalle Bern abschaffen? Die Forderung zeigt, dass die Jungfreisinnigen ungenügend informiert sind: Die Kunsthalle trägt Unschätzbares zur Reputation der Stadt bei. Das Remake von Szeemanns wegweisender Ausstellung «When Attitudes Become Form», zur Zeit in Venedig, wird weltweit besprochen. Die Räume der Kunsthalle Bern, bald 100 Jahre alt, sind an Ausstellungsarchitektur unübertroffen. Und meiner Ansicht nach organisiert Fabrice Stroun mit enormer Sorgfalt die überraschendsten und tiefgründigsten Ausstellungen – experimentell und abenteuerlich – die aktuell im Bereich zeitgenössischer Kunst in der Schweiz zu sehen sind. Wir reisen jedes Mal aus Basel an und und sind überzeugt, dass sich auch die Berner/innen von Herrn Strouns Enthusiasmus und Intellekt stimuliert finden. Und wer als angehender Wirtschafter Profilierung sucht und von Kunst leider nichts versteht, dem sei halt etwas Fachliteratur empfohlen über die Zusammenhänge von kreativer Szene, Stadtmarketing und Wirtschaftserfolg. So viel kreatives Kapital, um es zu verschwenden, hat unsere Bundeshauptstadt auch wieder nicht.
Annina Zimmermann, Kulturmanagerin MA

J’ai connu le besoin du pèlerinage à la Kunsthalle de Bern, tout d’abord avec ma famille lorsque j’étais jeune, puis seul ou avec des amis. La Kunsthalle de Bern fut même une alte obligatoire des retours des folles nuits des discothèques zürichoises, le pèlerinage devenait alors équipée sauvage. Sans Kunsthalle, je ne connaîtrai peut être pas Bern aujourd’hui.
Il existe certaines choses fragiles et parfois un peu secrètes voir dérangeantes, qui pourtant sont des poumons, des relais vers l’extérieur, des forces symboliques dont la force se déploie à travers le temps. Ici à Fribourg, l’espace Tinguely est le musée le plus visité par le grand public. Pourtant, à la Kunsthalle de Bern en 1960 quelques concitoyens s’énervaeint contre l'exposition Tinguely: «C’est honteux, tout simplement, Monsieur, d’exposer ce bric-à-brac!»
Balthazar Lovay, Directeur du Fri Art Fribourg

Unvorstellbar, die Hauptstadt der Schweiz ohne Kunsthalle. Dabei hat doch genau diese Institution rückblickend so viel zur Kulturlandschaft der Schweiz beigetragen - und tut dies weiterhin mit Bravour. Für das Ermöglichen, Schaffen, Zeigen und Vermitteln von Gegenwartskunst sind Institutionen wie die Kunsthalle Bern unabdingbar.
Beat Raeber, Galerist RaebervonStenglin

Die Hauptstadt eines Landes, das sich weltweit einen Namen gemacht hat mit der Förderung, den Sammlungen und der Unabhängigkeit einer zeitgenössischen Kunstszene kann auf eine Kunsthalle nicht verzichten. Und auch nicht darauf, dass die Künstlerinnen und Künstler dieses Landes Orte haben, an denen sie ihre Massstäbe nicht nur bilden, sondern auch ausprobieren können. Kunsthallen übernehmen seit Mitte des 19. Jahrhunderts wichtige Funktionen in der Vermittlung von noch nicht kanonisierter Kunst. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie anders arbeiten mit den Künstlerinnen und Künstlern, und auch mit ihrem Publikum, weil sie mit ihren meist kleinen und immer flexiblen Strukturen spontaner reagieren können, und sie nahe an den Ideen und Produktion der Künstler sind. Kunsthallen testen andere Funktionsweisen aus und können das Experiment vor die Bestätigung stellen – je nach dem, was in der Landschaft der Institutionen aber auch der Gesellschaft fehlt.
Ohne öffentliches Experiment von künstlerischen Positionen in den Formaten einer Kunsthalle gibt es keine Kontinuität der Geschichte und keine zukünftige Kunstgeschichte – Kunsthallen ermöglichen Projektionen für die Zukunft, mit den Präsentationen einer jüngsten Generation von Künstlerinnen und Künstlern aber auch ungewohnten Revisionen des Übergangenen – und die Kunsthalle Bern gehört zu den massgeblichen und unverzichtbaren Institutionen in diesem Umfeld, national wie international.
Beatrix Ruf, Direktorin Kunsthalle Zürich

Die grosse Geschichte der Kunsthalle ist das eine, was mich aber brennend interessiert, ist die Kunsthalle heute und ich freue mich auf das, was noch kommt, denn gerade mit dem neuen Direktor Fabrice Stroun ist das Potential wieder sehr gross. Es gibt in Bern wieder vermehrt junge Menschen und Organisationen, welche sich mit Kunst und Kultur beschäftigen. Für solche, wie auch für Künstler, ist die Kunsthalle Bern mit ihrer internationalen Ausrichtung und den hervorragenden Ausstellungen wichtige Inspiration und «Homebase» - ein grosses Wohnzimmer oder Labor in dem man sich treffen, diskutieren, forschen und austauschen kann. Eine Landeshauptstadt ohne Kunsthalle ist heutzutage erbärmlich und für mich nicht denkbar.
Benjamin Dodell, Herausgeber und Kurator

Der Grad der Subventionierung darf kein Argument sein, sonst müsste man bei Finanzknappheit zuerst einmal alle Opernhäuser der Welt schliessen. Die Kunsthalle Bern ist auch ein Ort der Hochkultur: Sie muss autonom und stark bleiben, da sie seit ihrer Gründung das internationale Renommée der Stadt Bern im Bereich der zeitgenössischen Kunst ausmacht. Sie wurde anlässlich der diesjährigen Biennale in Venedig für die Rekonstruktion der bahnbrechenden Ausstellung von Harald Szeemann, «When Attitudes Become Form», nachgebaut. Die Besucher stehen vor dem Palazzo Prada Schlange. Auch heute noch ist die Kunsthalle eines der führenden Flaggschiffe für zeitgenössische Kunst, auch wenn man das in Bern oft nicht wahrnehmen will. Die Schliessung dieser Institution käme einem Akt des Vandalismus gleich und hätte im nationalen und internationalen Rahmen verheerende Konsequenzen für die Kulturstadt Bern.
Bernhard Fibicher, Direktor Musée cantonal des Beaux-Arts / Lausanne

Die Kunsthalle Bern hat mich schon als Student der Kunstgeschichte an der Universität Bern, als Johannes Gachnang Direktor war, brennend interessiert, eine weltberühmte Institution mit einer grandiosen Geschichte, auch Leitbild und Richtschnur für die Etablierung der Kunsthalle Zürich, deren erster Direktor ich 1989 wurde. In einem anderen Zusammenhang sagte ich mal, dass die Kunsthallen eine der wichtigsten Erfindungen sind, die die Schweiz je gemacht hat. Die Kunsthalle Bern hat sich durch viele bedeutende Ausstellungen nicht nur in die Geschichte der Stadt Bern, sondern in die nationale Vermittlung von zeitgenössischer Kunst eingeschrieben. Damit wurden Tatsachen geschaffen, die nicht mehr wegzudenken sind. Die Kunsthalle Bern unter der Direktion von Fabrice Stroun geniesst meine volle Unterstützung.
Bernhard Mendes Bürgi, Direktor Kunstmuseum Basel

Bern ohne Kunsthalle ist wie Paris ohne Eiffelturm. Schon 1933 konnte Ernst Ludwig Kirchner als damaliger Gegenwartskünstler in der Kunsthalle Bern ausstellen. Die Ausstellungen in der Kunsthalle Bern entfalten ihre emotionale und kunsthistorische Bedeutung erst viele Jahre nach dem Geschehen. Sie prägen den wichtigen, legendären internationalen Ruf der Kunsthalle Bern. Nach 44 Jahren wird eine Ausstellung in der Kunsthalle Bern an der Biennale in Venedig sogar nachgebaut. Die Kunsthalle hat eine andere Funktion als das Kunstmuseum Bern oder das Zentrum Paul Klee. Die Kunsthalle versucht, neue Tendenzen in der Kunstentwicklung aufzuzeigen, während das Kunstmuseum Kunst sammelt und mit interessanten Ausstellungen die aktuellen Positionen mit Vergangenem in einen Kontext stellt. Bern ohne Kunsthalle wäre ein Skandal!
Carola Ertle Ketterer und Günther Ketterer, Bern

Cet été à Venise, on peut visiter la Kunsthalle de Berne telle qu’elle a été reconstituée dans un vieux palazzo pour faire revivre la fameuse exposition Quand les attitudes deviennent forme, réalisée en 1969 par Harald Szeemann. Cette exposition a bouleversé le monde de la culture et fait entrer Berne dans l’histoire de l’art, suscitant partout d’innombrables vocations d’artistes, de critiques et d’organisateurs d’expositions. Berne fait désormais partie de notre imaginaire et de notre mémoire artistiques. Sa mythique Kunsthalle appartient à tous ceux qui dans le monde – et à Berne – aiment l’art et ont besoin des expositions libres et créatives dont le modèle a été largement inventé à Berne. La Kunsthalle est toujours une de nos boussoles pour nous orienter dans l’art d’aujourd’hui. Au fil des décennies, elle est devenue un des traits identitaires de la Suisse culturelle, un des trésors de son patrimoine vivant. On ne peut que souhaiter longue vie à cet instrument majeur du rayonnement helvétique!
Christian Bernard, Directeur du Mamco Genève

Die Kunsthalle ist für Bern ein Tor zur Welt und für die Welt ein Tor nach Bern. Für das lokale Kunstschaffen ist die Kunsthalle darum essentiell. Und für die zeitgenössische Kunst ist die Berner Kunsthalle ein einzigartiger Referenzpunkt. Bern ohne Kunsthalle wäre nicht das Bern, in dem ich mich seit bald 50 Jahren daheim fühle. 
Christian Pauli

 Freisinn und Freiraum sind mindestens auf der wörtlichen Ebene verwandt. Wenn sich die Jungfreisinnige nun die Abschaffung einer der weltweit ausgewiesensten Institution für zeitgenössische junge Kunst auf die Fahnen geschrieben haben, dann macht man sich weniger Sorgen um die Kunst als um das, was sich die Jungfreisinnigen als pervertierten Auftrag ihrer ursprünglich für eine liberale freisinnige Gesellschaft engagierten Partei auf die Fahnen geschrieben haben. In dieser reaktionären Form ist es nur konsequent, wenn sie ihre Partei möglichst schnell umtaufen, um mit offenem Visier als Nichtfreisinnige gegen künstlerische Frei-Denker ins Feld zu ziehen, denn ohne künstlerische Freiräume kein Freisinn! 
Claudia Jolles, Chefredakteurin Kunstbulletin

Die Kunsthalle Bern ist für Künstler und Kunstinteressierte der Ort wo das Neue in der Kunst erprobt und versucht wird. Viele der heute weltbekannten Künstler und Kuratoren haben am Anfang ihrer Karriere, in diesem wunderbaren Haus am Anfang der Kirchenfeldbrücke, ihre ersten grösseren Ausstellungen machen können und wer über die Jahre dem Haus ab und zu einen Besuch abgestattet hat, wird doch einiges mitbekommen haben, von dem was in der Kunst heute massgebend ist. Die Schliessung des Hauses wäre auch über den Kreis der Kunstinterressierten hinaus ein katastrophaler Verlust für die Stadt Bern und ein weiterer Schritt in Richtung Provinzialität.
Dominique Uldry

Die Verteilung kurzfristiger Mittel für nachhaltige Ziele ist eine Kunst für sich - nicht nur in der Kultur. Bern hat mit seiner Kunsthalle die seltene Chance, eine renommierte Institution dafür zu nutzen, was sie seit Gründertagen leistet: Gradmesser sein für unser Vorstellungsvermögen. Langfristig gibt es kaum Wichtigeres.
Georg Weinand, Leiter Dampfzentrale Bern

In einer Welt, die von Bildern überflutet wird und in der die visuelle Kommunikation den öffentlichen Raum dominiert, sind Kunsthallen profilierte Kompetenzzentren für die visuelle Kultur. Kunsthallen sind lebendige Foren, in denen die Themen der Gegenwart behandelt und reflektiert werden. Gleichzeitig werden hier Ideen und Formen für die Zukunft skizziert und präsentiert. Die Kunsthallen dienen der Integration der Kunst in der Gesellschaft und zur Vernetzung der Kulturszene in einer globalisierten Gesellschaft. Sie fördern das Verständnis für das, was ausserhalb unserer Grenzen passiert. Die Kunsthallen bringen neue Impulse von aussen und gleichzeitig sind sie ortsbezogene Experimentierfelder. Hier wird Bildung zu Leben und eine nachhaltige und unabhängige Reflektion betrieben. Heute, mehr denn je, brauchen wir solche Orte und Institutionen um die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft zu gestalten.
Giovanni Carmine, Direktor Kunst Halle Sankt Gallen und Präsident Verein Schweizer Institutionen für zeitgenössische Kunst

Bernerinnen und Berner haben mit der Abstimmung zum Progr gezeigt, dass Kunst in allen ihren Formen einen Platz im Zentrum der Stadt haben muss. Erfreulich, dass diese Entscheidung auch in der ganzen Schweiz ein Echo gefunden hat. Zu diesem städtischen Forum gehören unbedingt Fenster in die Welt. Die Kunsthalle mit ihrer international wahrgenommenen Geschichte zeigt nachdrücklich, dass in Bern bedeutende Kunst produziert, vorgestellt und reflektiert wird, auch heute. Kultur ist auch in Bern ein entscheidender Standortfaktor, rein finanzielle Erwägungen dürfen kulturpolitische Entscheidungen nicht alleine bestimmen. Der jüngste politische Versuch, die Kunsthalle zu schwächen, wird an der Erkenntnis scheitern, dass nur Weltoffenheit die kulturelle Existenz der Stadt Bern garantieren kann.
Hans Rudolf Reust, Präsident der Kunstkommission Parlamentsgebäude, Studienbereichsleitung Fine Arts, Hochschule der Künste Bern
Anselm Stalder, Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission Studienbereichsleitung Fine Arts, Hochschule der Künste Bern

Die Bernische Kunstgesellschaft (BKG) mit ihren rund 1600 Mitgliedern fördert seit Beginn ihres 200-jährigen Bestehens zeitgenössische Kunst, so auch die Kunsthalle Bern. Bern ohne die Kunsthalle wäre wie Bern ohne YB oder SCB, denn die Kunsthalle spielt lokal, national und international stets in der Champions League, nur mit dem Unterschied, dass die Erfolge erst später für ein breiteres Publikum sichtbar werden. In der Kunsthalle kann jede und jeder, der ein Interesse hat, mit Künstlern und ihren Werken erstmals in Kontakt kommen, die manchmal Jahre oder Jahrzehnte später an der Documenta, den Biennalen oder im Kunstmuseum Bern der breiten Öffentlichkeit gezeigt werden. Das Engagement für die Kunsthalle ist ein gutes Beispiel von nachhaltigem Investment in das kulturelle Klima der Stadt Bern.
Holger Hoffmann, Präsident der BKG

Seit über einem Vierteljahrhundert hat die privat finanzierte Stiftung Kunsthalle Werke von 57 Künstlern ( u.a. Maria Lassnig, Luc Tuymans, Martin Creed, Denis Savary u.a.m) aus den Ausstellungen der Kunsthalle erworben und damit eine beachtliche Sammlung, bestehend aus über 150 Kunstwerken, aufgebaut. Sie stellt diese Werke als Leihgabe dem Kunstmuseum Bern zur Verfügung, wo die Bestände in verschiedenen Ausstellungen einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Dank dieser engen und jahrelangen Kooperation dieser drei Institutionen und weiterer Partnerstiftungen ist es Bern gelungen, heute neben Zürich und Basel in der Gegenwartskunst auf Platz 3 zu liegen.
Jobst Wagner, Präsident Stiftung Kunsthalle Bern

La Kunsthalle de Berne est une des institutions culturelles helvétiques les plus importantes et significatives de ce pays. Tout au long de son existence, elle a permis le rayonnement de l’investissement singulier et remarquable de l’engagement culturel d’un pays dans un contexte d’échange et de créativité comparable aux plus importantes institutions de part le monde. Située dans la capitale, elle a toujours servi de plateforme entre le différents courants et traditions d’une nation multiculturelle, avec une liberté et une réactivité exemplaire. C’est un lieu unique, une référence et un exemple pour toutes les activités artistiques d’un pays complexe, et qui répond à une nécessité singulière qu’aucune autre institution ne peut aujourd’hui remplacer. La continuité de son programme, sa capacité de se renouveler, et la nécessité d’une telle position confirme l’urgence de renouveler tout le soutien possible à sa pérennité. Face à la multitude d’expériences comparables en Suisse et ailleurs, la Kunsthalle de Berne demeure une référence irremplaçable. Elle est plus nécessaire que jamais, pour plusieurs raisons. Non seulement elle se trouve dans la capitale du pays, mais, de ce fait, eu centre de celui-ci, et donc à proximité relativement égale de toutes les régions qui le composent. Cette Kunsthalle sert d’échange entre tous les courants culturels nationaux et les confrontent aux courants universels comme peu de lieux d’expositions, aujourd’hui encore, ne le font. En outre, la Kunsthalle de Berne, de part son histoire, charge une mémoire collective dont il serait des plus dommageable d’interrompre la continuité. Ce serait le gaspillage catastrophique d’un patrimoine identitaire. La culture d’un pays est plus fragile qu’on ne le suppose bien souvent. Il faut solidifier ses repaires, plutôt que les négliger. Il y a des richesses qui, perdues, fragilisent en disparaissant la nature même d’un pays, et peuvent alors ne plus jamais être récupérées. Il s’agit alors de plus que de simples péripéties. En tant que modeste acteur de la vie culturelle de ce pays, et en reconnaissance à tout ce que la Kunsthalle de Berne m’a apporté, je veux donner ma voix à tout soutien possible à la Kunsthalle de Berne. Je pense que c’est vraiment important!
John Armleder, Artiste

Beim Theater ist es gelungen, verständlich zu machen, dass das Stadttheater, die kleineren festen Bühnen und die freie Szene in der Kulturvermittlung je verschiedene Rollen spielen und ihre spezifische Bedeutung haben. In der bildenden Kunst ist es schwieriger, Verständnis für die verschiedenen kulturellen Institutionen zu schaffen. Kunstmuseum und ZPK mit Picasso, Monet, Klee, Anker, alles klar, von diesen Malern weiss man, dass es grosse Künstler sind, die entsprechende Ausstellungsräume brauchen. Aber wo finden wir die Gegenwartskunst? Wo die bildnerische Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt? Wo die neuen Ausdrucksformen? In Bern ist diese Institution über die privaten Galerien hinaus die Kunsthalle, wo seit Jahrzehnten «Kunst vor Kunst» gezeigt, wo zu Diskussionen angeregt und KünstlerInnen lokal und international vernetzt werden. In die Kunsthalle geht man nicht der grossen Namen wegen, sondern weil man es sich vorgenommen hat, weil man neugierig ist, weil es ausgezeichnete Führungen und Vorträge gibt, Gespräche mit den ausstellenden KünstlerInnen und pro Ausstellung zweimal über Mittag «Kunst zum Sattwerden». Dieses Jahr ermöglicht die Biennale in Venedig die Wiederbegegnung mit einer Ausstellung der Kunsthalle aus dem Jahr 1969! Liebe Bernerinnen und Berner, geht heute schon in die Kunsthalle, wo Euch «Kunst vor Kunst» gezeigt wird. Sie steht mitten in unserer Stadt und sie soll dort stehen bleiben als Ausstellungsort, «Stein auf Stein auf gefallenen Stein».
Joy Matter, alt Gemeinderätin der Stadt Bern

Wahrscheinlich begann das Mensch sein mit den ersten geritzten Zeichen - und seither eine Entwicklung, die immer weiter geht. Die Kunsthalle Bern als weltweit ausstrahlendes, wie auch anziehendes Haus für Kunst, setzt Massstäbe und öffnet Horizonte. Keine Statements meinerseits, «nur» eine Liebeserklärung.
Ka Moser, Künstlerin

Seit unseren Anfängen als junge Künstler hatten wir vor unserer Haustür immer die Möglichkeit, nationale wie auch internationale Positionen der Zeitgenössischen Kunst kennenzulernen und durften selber auch mehrere Male an Ausstellungen in der Kunsthalle teilnehmen. Deshalb fühlen wir uns der Institution Kunsthalle sehr verbunden. Ohne sie hätte uns in Bern schlicht der Nährboden gefehlt. Das Wertvolle an der Kunsthalle ist, dass sie ausschliesslich dem Ausstellen und Vermitteln aktueller Kunst dient: Keine Sammlung, kein aufgeblasener Neubau, kein schickes Café oder Shop lenkt von dieser Aufgabe ab. Und dies seit fast hundert Jahren. Davon zeugt auch das eindrückliche Ausstellungsarchiv, das hinter den Kulissen in den engen Büroräumen lagert. Dieses macht einem bewusst, dass die spezielle Geschichte dieses Hauses und seine Bedeutung für Bern wie auch für die Kunst einzigartig ist. Es gibt in der Hauptstadt nichts Vergleichbares. Es braucht Orte, wo Kunst sich entfalten und bewähren kann, Orte der Verhandlung darüber, was Kunst ist und die von kommerziellen Interessen oder musealen Pflichten entbunden sind. Diese Aufgabe erfüllt in Bern die Kunsthalle als einzige Institution für zeitgenössische Kunst. Die Kunsthalle Bern entstand aus einem Bedürfnis heraus, das nach wie vor besteht, sie hat sich bewährt, ist ein Teil dieser Stadt und in der ganzen Welt ein Begriff. «Machs na».
Lang/Baumann, Künstler

Man wird es international wahrnehmen, wenn Bern seine Kunsthalle abschafft, und ich würde mich aufrichtig für so eine Entscheidung schämen – auch vor Generationen von Künstlerinnen und Künstlern, die die Kunsthalle geschätzt, geprägt und sich für sie engagiert haben; und speziell dafür, dass eine Berner Kulturszene und Künstlerschaft nicht aus dem Dornröschenschlaf erwacht und merkt, dass uns die Sparpläne jetzt auch erreichen und in der Kulturszene Auswirkungen haben – nicht nur in Europa.
Maia Gusberti, Künstlerin

Die Kunsthalle Bern macht sich nicht nur ein Programm herausragender Ausstellungen zur Aufgabe, vielmehr versucht sie, Bern an zeitgenössische Kunst und ihre Themen heranzuführen und als Standort für internationale Kunst zu etablieren und behaupten. Als in Bern lebender und arbeitender junger Künstler ist dieser daraus entstehende Diskurs von zentraler Wichtigkeit! Er ist der Kontakt und die Berührung mit der Welt. Keine Kunsthalle – kein Bern.
Manuel Burgener, Künstler

In der Geschichte der Berner Kunsthalle sind Angriffe, wie sie zur Zeit von den Jungfreisinnigen der Stadt Bern geführt werden, immer wieder vorgekommen – oft als Reaktion auf Ausstellungen, die dann im Nachhinein von einer breiten Öffentlichkeit als Höhepunkte des bernischen Kulturlebens erkannt wurden. Die Kunsthalle, ein Treffpunkt von lokaler und internationaler Kunst und ein Ort, wo man Kunst unserer Zeit in einzigartiger Architektur und in sorgfältiger Präsentation sehen kann, soll nicht verhindert, sondern gefördert werden. Sie umzunutzen oder gar zu schliessen wäre das Paradebeispiel eines Schildbürgerstreiches. 
Markus Raetz, Künstler

Für mich als Künstler war die Kunsthalle Bern zu Beginn der 90er-Jahre der erste Kontakt mit zeitgenössischem Kunstschaffen überhaupt und förderte erst meine kritische Auseinandersetzung mit Fragen und Problemen im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich. Auch heute noch ist die Kunsthalle für mich ein Ausstellungsort von grösster Relevanz, um mich persönlich und künstlerisch weiterzuentwickeln. Es ist ein Ort, der mit seinen gezeigten Positionen aneckt und provoziert, zum Denken anregt und Diskussionen anstösst. Die Kunsthalle war und ist mit ihrem Programm stets einen Schritt voraus, etwas, das anderen, mehr dem Massenpublikum zugewandten Institutionen, abgeht. Im Gegensatz zu diesen wagt sich die Kunsthalle an die Gestaltung der Zukunft heran. Eine Schliessung würde bedeuten, sich gegen die Entwicklung der Gesellschaft zu stellen und kritischem Denken und Handeln den Riegel zu schieben. Also Schritte zurück in die Passivität und die Provinzialität.
Martin Möll, Künstler

Die Kunsthalle hat Bern in der Kunst weltberühmt gemacht. Sie zu verlieren, wäre ein immenser Imageschaden.
Matthias Frehner, Direktor Kunstmuseum Bern

Eine Kunsthalle, ein Ausstellungsort, der zwischen Lokalem und Internationalem agieren kann. Ein Ort, der weder mit einer Sammlung noch mit dem Marktwert der Kunst beschäftigt ist, sondern mit derem aktuellen Geschehen. Das ist doch eine sehr grosse Chance für eine Stadt!
Myriam Prongué, Theaterleitung Schlachthaus Theater Bern

Natürlich sind Kunst, kulturelle Experimente und der Geist von Internationalität immer in irgendeiner Form in der Minderheit. Und an diesen Punkten hängt sich die Kritik auf. Die verbalen Attacken scheinen geeignet, um die «kulturellen Eliten, die nur ihre eigenen Zirkel befördern», anzugreifen (wie oft über zeitgenössische Kunst gesprochen wird). Familiäre (Lebens)muster sehen sie gestört und sie sehen nicht, was sie sich damit selbst zufügen, indem sie ihre zukünftige Kultur ablehnen, die eine Alternative bietet. Die Kunsthalle Bern ist ein heterotopischer Ort, der grossen Wert auf Kollaborationen legt und an dem neue künstlerische Praktiken erprobt werden; ein sensibler Ort an der Schnittstelle zwischen Akademie und Museum, an dem Freiheiten für KünstlerInnen ermöglicht werden. Auch das Museum für Gegenwartskunst Basel schaut auf die Kunsthalle Bern als eine wichtige künstlerische Produktionsstätte, denn wir existieren nur zusammen in einem ganzen Netzwerk von Aktivitäten und können unseren Job nicht alleine machen.
Nikola Dietrich, Kuratorin Museum für Gegenwartskunst Basel

Die Kunsthalle Bern war der Ort, an dem ich verstehen gelernt habe, wie die Geschichte der Kunst fortgeführt wird. Bern sollte gerade jetzt nicht absetzen, an einem Punkt, an dem diese Geschichte jünger, lebendiger und gar attraktiver wird.
Pamela Rosenkranz, Künstlerin

Es zielt daneben, zu verlangen, dass die Kunsthalle mit ihren Ausstellungen möglichst viele Leute anzuziehen habe. Dafür sind in Bern andere Museen zuständig, die dem breiten Publikum die gefestigten Kunstpositionen und die Heroen der Kunstgeschichte vermitteln. Die Subventionen der Kunsthalle müssen denn auch gar nicht auf den einzelnen Besucher heruntergebrochen werden, sie ermöglichen viel mehr, dass der gesamte Lebensraum Bern einen Mehrwert erhält. Und der ist mit Geld nicht aufzuwiegen. So gehört die Kunsthalle zur Identität von Bern, sie verbindet Bern mit der weltumspannenden Kunstszene und fördert künstlerisches Potenzial zugunsten der kommenden Generationen. Dies nützt indirekt auch denjenigen, die heute keinen Fuss in die Kunsthalle setzen.
Peter Fischer, Direktor Zentrum Paul Klee

Die Kunsthalle Bern gehört ohne Zweifel zu den ganz wichtigen, herausragenden nationalen Kulturinstitutionen mit einer Strahlkraft weit über die Landesgrenze hinaus. Dies betrifft genauso ihre Geschichte wie ihre Gegenwart. Ihre aussergewöhnliche Bedeutung ist in der internationalen, sowie nationalen Kunstszene unumstritten. Auch ist sie für die Kultur der Stadt Bern ein fester, nicht wegzudenkender Bestandteil. Fabrice Stroun hat mit seinen Ausstellungen viel zur Relevanz dieser einmaligen Institution beigetragen. Die von ihm gezeigten Positionen zählen für mich im Moment zum Anregendsten in der Gegenwartskunst. Für mich als Künstler ist die Kunsthalle Bern, gerade mit ihrem momentanen Programm, immer wieder ein Ort, wo ich mich mit Kunst beschäftige, welche auf der Höhe der Zeit von wirklicher Bedeutung ist.
Peter Fischli, Künstler

Es wäre jammerschade, wenn die Berner, die nationale und die internationale Gegenwartskunst künftig einen Bogen um die Hauptstadt der Schweiz machen würde. Es ist vielmehr alles daran zu setzen, dass dieses wichtige Schaffen immer wieder in der Kunsthalle Einkehr hält. Zur Erweiterung unseres Horizontes, zu unserer Freude!
Dr. Peter Niederhäuser

Die Führungen durch die Ausstellung der Kunsthalle Bern dienen uns in der Stämpfli Gruppe zur Persönlichkeitsbildung und schulen uns im kreativen Denken. Eine Schliessung der international anerkannten Kunsthalle wäre für den Wirtschaftsstandort Bern ein massiver Verlust.
Peter Stämpfli

Ist die Kunsthalle so international erfolgreich, dass man sie im Kanton und der Stadt Bern selbst nicht mehr wahrnimmt? Schon vor einigen Jahren war es bemerkenswert, dass bei der Bewertung der Wirkung der im Kanton Bern ansässigen Institutionen im Rahmen der Kulturstrategie für den Kanton Bern „Internationalität“ nicht eigenständiges als Kriterium gebraucht wurde. Stattdessen sahen wir: „Präsentation der Geschichte“, „Regionale Identität“, „Starke Volkskultur“, „Breite von Kulturaktivitäten der freien Szene“, „Erhaltung des großen kulturellen Erbes als gesellschaftliches Kapital“, und „Ausbildung und Unterstützung angehender Künstler“.Aus diesen Kriterien wird dann die Kategorisierung der Institutionen abgeleitet:Institution mit internationaler, überregionaler oder regionaler Ausstrahlung etc. Auffallend ist, dass die gewählten Kriterien an sich eine Tendenz haben,regionalisierend zu wirken: Geschichte, regionale Identität, Volkskultur, kulturelles Erbe etc. Der Blick von außen wurde und wird nicht einbezogen. Diese Art der Kategorisierung trägt in keiner Weise der Tatsache Rechnung, dass die Kunsthalle Bern schon spätestens seit der Leitung durch Harald Szeemann ein wesentlicher Faktor im kulturellen Geschehen der Schweiz war und ein wesentlicher Faktor, der Bern mit der Welt verband. Und noch immer, wenn es zeitgenössische Kunst betrifft, kennt man im Ausland von Bern nur die Kunsthalle, neben ähnlichen Institutionen z.B. in Basel und Zürich.In Bern hat sich aber keine andere Institution im Bereich der Gegenwartskunst auch nur annähernd diesen Ruf aufgebaut, kein Museum, keine Galerie und auch kein Projektraum. Seit 1969 hat sich in dieser Beziehung nicht viel geändert, auch nicht seit das Kunstmuseum Bern oder das Zentrum Paul Klee darum bemüht sind, ihr Programm auf die zeitgenössische Kunst auszuweiten. Auch die internationale Fachpresse kennt die Kunsthalle besser als die beiden anderen Häuser am Platz Bern. Leider sind Zeitschriften wie z.B. die deutschsprachigen Titel „Texte zur Kunst, „Springerin“ und „Parkett“ in Bern nicht ohne weiteres erhältlich. Die internationalen Publikationen zur Gegenwartskunst z.B. auf Englisch oder Französisch sind ebenfalls nicht erhältlich, weshalb sie beim Berner Publikum weitgehend unbekannt sind. Trotzdem berichten diese Titel regelmäßig über die Kunsthalle im internationalen Umfeld der Gegenwartskunst.Die Kunsthalle ist ein hartnäckiger Einzelgänger. Aber genau darum muss mansie lieben und ehren. In den Jahren ihres Bestehens hatte die Kunsthalle Bern das Geschick und die Kühnheit, Werke von einer außerordentlich beeindruckenden Auswahl von Künstlerinnen und Künstlern auszustellen. Die Kunsthalle bot einigen der heute bedeutendsten Künstlern der Schweiz ganz früh eine Plattform, von Ferdinand Hodler bis hin zu Franz Gertsch, und verhalf international bedeutenden Künstlerinnen und Künstlern wie Edvard Munch, Jesus Rafael Soto, Luc Tuymans, Pascale Marthine Tayou, Ai Wei Wei, Oscar Tuazon und Jutta Koether zu ersten Begegnungen mit dem Schweizer Publikum. Die Kunsthalle Bern war und ist aber nicht nur der Schauplatz diverser bahnbrechender Ausstellungen und Projekte (und davon gab es viele, von der ersten Verhüllung eines öffentlichen Gebäudes durch Christo über die oben schon erwähnte bahnbrechende Ausstellung „When Attitudes Become Form“ bis hin zu Sol LeWitts Wandgemälden und der Retrospektive zu Allan Kaprow, dem Urvater des Happening.Aber schon immer war die Vermittlung von Neuem schwierig und Skepsis und Ablehnung waren an der Tagesordnung. Deshalb wurde die Leistung der Kunsthalle-Direktoren während ihrer jeweiligen Amtszeit quasi per definitionem auch immer schon kritisch beurteilt. Erst ex post wurden die heute teilweise legendären Leistungen gewürdigt und anerkannt.Auch weil es (allemal für den Laien) zeitweise so aussieht, als habe die Kunsthalle keine aktuelle Relevanz, ist es umso wichtiger, die spezifische langfristige Wirksamkeit der Kunsthalle hervorzuheben. Das Programm der Kunsthalle war schon immer und wird auch weiterhin eine Investition in die Zukunft sein. Aber so wie bei der Gründung und der Niederschrift der Statuten der Kunsthalle Bern die Gründerväter aus Weitsicht dem künstlerischen Leiter weitestgehende Freiheit bei der Gestaltung seines Programms einräumten, müssen auch jetzt bei der Weichenstellung für die Zukunft Weitsicht und politischer Wille vorhanden sein, damit die Kunsthalle die Unterstützung erfährt, die sie braucht. In der heutigen Zeit, ist es wichtiger als je zuvor, dass die Kunsthalle ihreunabhängige Arbeit fortsetzen kann. Gelegentlich allerdings wurden diese Orte, an denen Kunst stattfindet, auch zu kreativen Motoren für ein Neudenken der Kategorien bildender Kunst und der Rolle von Künstlerinnen, für die Frage, wie visuelle Kultur das persönliche Bewusstsein verändern kann und sogar die Welt. Die Kunsthalle Bern ist auch eine Institution, die stets unnachgiebig und konsequent bestrebt war, Künstlern eine leidenschaftliche Hingabe an die Präsentation ihrer Werke zu bieten.Die Künstlerinnen und Künstler wissen, dass sie in der Kunsthalle Bern auch Risiken eingehen, Abenteuer wagen, Grenzen sprengen und die Erwartungen des Publikums auf die Probe stellen können. Die Autonomie des Programms der Kunsthalle Bern, seine Unabhängigkeit von allen externen Einflüssen (seien sie ökonomischer oder politischer Natur), ist legendär und weltweit (scheinbar nur nicht in Bern) geschätzt. Wir wollen, dass dies so bleibt! Wir wollen diesen Zustand für die Gegenwart garantieren und ihn so lange wie möglich für die Zukunft bewahren.
Philippe Pirotte, Adjunct Senior Curator UC Berkeley Art Museum and Pacific Film Archive (BAM/PFA) University of California
 
Als Kunsthallebesucher freue ich mich über überraschende, anregende Ausstellungen auf höchstem Niveau, die im Freundeskreis zum Gesprächsthema werden. Als Kunsthistoriker bin ich fasziniert von der legendären Vergangenheit des Hauses – hier fanden schliesslich einige der für unser Feld prägendsten Ausstellungen des 20. Jahrhunderts statt. Als Leiter einer kleineren, erst zwanzigjährigen Kunsthalle im Kanton schätze ich den Dialog mit dem hundertjährigen Flaggschiff in der Hauptstadt – eine grosse Schwester, die schon viel erlebt hat und immer noch cool ist.
Raffael Dörig, Direktor Kunsthaus Langenthal

Ein Glück für Bern, dass die Kunsthalle keine Beine hat, sonst wäre sie plötzlich weg.
Rémy Pia

Die aktuelle Diskussion zur Zukunft der Kunsthalle Bern spiegelt ein fundamentales Missverständnis öffentlicher Kunstförderung. Gerade die Unabhängigkeit der Kunsthalle Bern von breiten Nachfragetrends und ihre dezidierte Konzentration auf avancierte künstlerische bzw. kuratorische Positionen muss das Ziel der Subventionierung sein. Es ist diese Ausnahmestellung, die die Kunsthalle auf die Landkarte der internationalen Kunstlandschaft setzt und damit ganz wesentlich zum weltoffenen und internationalen Klima der Schweizer Hauptstadt beiträgt. Als ebenfalls international positionierte Kunsthochschule sind wir in hohem Masse auf die Offenheit, Eigenständigkeit und Unabhängigkeit unserer Berner Partnerinstitutionen angewiesen. Wir brauchen diese Inseln im Umfeld eines ohnehin zunehmend kommerzialisierten Kunstbetriebs. Ausgerechnet von der Kunsthalle Bern Mainstream und breite Publikumsresonanz zu fordern, stellt den Anspruch öffentlicher Kunstförderung auf den Kopf.
Dr. Thomas Beck, Direktor Hochschule der Künste Bern

Als politisches Zentrum der Schweiz braucht die Stadt Bern eine Institution für zeitgenössische Kunst, die lokal, national und international rezipiert wird. Es wäre ein trauriges Zeichen, das die Bundeshauptstadt setzten würde, wenn sie die Kunsthalle schliesst. Sie würde damit den gesellschaftlichen Wert der Gegenwartskunst grundsätzlich in Frage stellen. Einen Wert, der im ästhetischen, geistigen und kulturellen Leben einer Stadt wesentlich zu seiner (und damit ihrer) Erneuerung beiträgt. Ich bin der Meinung, dass Bern diesen Wert verfechten statt bezweifeln muss, weil es die Kunsthalle für ein intaktes Kulturleben braucht!

Thomas Julier, Künstler

Die Kunsthalle Bern ist seit Jahrzehnten international ein Ausstellungsort von höchster Relevanz, der bis heute Experiment über Spektakel stellt. Es ist eine der vielen Stärken guter Kunst, dass sie so unglaublich entwaffnend ist für gängiges Effizienz-Denken und uns einen Raum eröffnet, der transzendental und eben nicht logisch funktioniert.
Tobias Madison, Künstler

Ein früherer Direktor der Kunsthalle Bern hat einmal gesagt, die Kunsthalle stelle eine Behauptung auf und das Museum führe den Beweis. Eine einfache und zugleich fundamental wichtige Aufgabenteilung. Die Kunsthalle ist das Labor, das Museum überprüft die neuen Werke, Sichtweisen und ästhetischen Konzepte auf Nachhaltigkeit. Der Kunsthalleleiter ist geistig und physisch dauernd unterwegs, um die interessanten und herausfordernden Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt nach Bern zu holen. Das einzigartig schöne Haus auf der anderen Seite der Kirchenfeldbrücke ist sein Basislager. Diese höchst bewegliche Forschungstätigkeit kann man nur ausüben, wenn man für einen kleinen Apparat verantwortlich ist, für eine begrenzte Zeit seine Aufgabe erfüllt und volle Freiheit hat. Das Kunsthallemodell ist mittlerweile weltweit anerkannt, überall werden Kunsthallen gegründet. Die Berner Kunsthalle ist eine der berühmtesten. Viele Berner wissen das und sind stolz auf ihre Kunsthalle. Es tut gut, nach Basel, Venedig oder New York zu kommen und bei einem Ausstellungsbesuch sagen zu können, «Ja, diese Künstlerin habe ich schon in der Kunsthalle Bern gesehen». Einmal habe ich, immer noch etwas ungläubig, a. Staatssekretär Dr. Paul Jolles, den «Henry Kissinger der Schweiz», gefragt, wie er es sich denn erkläre, dass ein so wohlgefestigtes Gemeinwesen wie Bern sich ein aufsässiges und unberechenbares Institut wie die Kunsthalle leiste. Er sagte, «um nicht zu versteinern». Auf kurze Sicht ist es eine Schande, dass eine in Bern verantwortliche politische Formation vorschlägt, eine so alte, bewährte, herausragende und unwiederbringliche Institution wie die Kunsthalle zugunsten von Kommerzialisierung und Konsum auszutrocknen. Auf längere Sicht ist es Beihilfe zum geistigen Selbstmord einer Gesellschaft.
Dr. Ulrich Loock, Berlin

Die Kunsthalle Bern bietet dem Menschen Räume, in denen er fremden Welten und Bildern begegnet, die ihn durch den Tag begleiten. Solche Räume, in denen man sich bei der Betrachtung der Kunstwerke verlieren kann, sind selten. Bern braucht solche Räume.
Xavier Zuber, Konzert- und Operndirektor Konzert Theater Bern