DAVID ADJAYE: African Cities

 

Im Vergleich zu den bedeutenden Hauptstädten anderer Kontinente sind die architektonische Erscheinung und die Stadtplanung der 53 afrikanischen Hauptstädte eher unbekannt. Die meisten von ihnen waren in der Kolonialzeit wichtige Zentren, und Gebäude aus dieser Epoche spielen im Stadtleben noch immer eine grosse Rolle. Später gab es Versuche, die Infrastruktur gemäss modernen Richtlinien zu verbessern und zu erweitern: solche Projekte wurden aber oft von den Ereignissen überholt bevor sie abgeschlossen werden konnten. 

David Adjaye, geboren 1966 in Dar-Es-Salam in Tansania, zog mit seiner Familie 1979 nach London und gilt heute als einer der bedeutendsten Architekten seiner Generation. 1993 gründete er mit einem Partner ein Architekturbüro und erarbeitete sich schnell einen Ruf als Architekt mit künstlerischer Vision. Seit 2000 realisierte er unter dem Namen Adjaye/Associates eine Anzahl prestigeträchtiger Aufträge, darunter das Friedensnobelpreiszentrum in Oslo und The Idea Store in Whitechapel, London. Er gewann viele renommierte Preise.

Für das Projekt African Cities unterbrach Adjaye seine architektonische Tätigkeit, um jede der dreiundfünfzig Hauptstädte Afrikas zu fotografieren und zu dokumentieren. Sein Augenmerk richtete sich dabei auf besonders hervorstechende Eigenschaften der Zentren sowie auf vorstädtische und inoffizielle Entwicklungen. Neben der dokumentarischen Ambition bestimmte dabei auch Adjayes persönliches Interesse als Architekt die Wahl der Motive, wodurch die Fotografien eine doppelte Lesart eröffnen: Sie erzählen von den Städten und berühren zugleich auch jene Themen, welche Adjaye in seiner eigenen Arbeit als Architekt entwickelt. 

Kuratiert von Gemma Curtin und Philippe Pirotte, Ausstellungsdesign Adjaye Associates

 

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